News

Mosnangs Gold für Liechtenstein

Markus und Lukas Schönenberger aus Mosnang holten bei den B-Weltmeisterschaften in Dornbirn den Titel im Radball für den liechtensteinischen Verband. Dies wurde möglich, weil ihre Mutter aus dem «Ländle» stammt.

Die Idee, für Liechtenstein an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, schlummerte schon seit einiger Zeit in den Gebrüdern Schönenberger, deren Mutter aus dem liechtensteinischen Schellenberg stammt. Aber Lukas, der jüngere von beiden, wollte zuerst mit seinem damaligen Partner die Chance packen, um für die Schweiz zu starten. Jedoch beendete eine Verletzung das damalige Vorhaben. «Dann dachte ich mir, wenn es schon nicht mit der Schweiz klappt, dann halt mit Liechtenstein», so Lukas Schönenberger. Das Vorhaben wurde beim Schauen der letzten Weltmeisterschaft so richtig lanciert. Mit Pascal Schönenberger zusammen reifte die Überlegung, mit seinem älteren Bruder Markus an einer WM dabei zu sein. «Es brauchte schon etwas Überzeugungskraft meines Bruders, weil ich doch zwölf Jahre lang nicht mehr gespielt hatte», meint Markus. Da er bereits zweimal das Handgelenk gebrochen hatte, musste er sich die Sache ganz genau überlegen, doch schlussendlich überwog die Tatsache, bei einem grossen Turnier starten zu können. Vor vier Monaten nahmen die Brüder dann das Training auf und trainierten jeweils auch immer am Sonntagabend. Leo und Livio Bürge waren dabei eine grosse Stütze als Trainingspartner. 

Finger verstaucht im Training
Vier Wochen vor der WM verstauchte sich der Ältere den Finger beim Training und es schien, als ob das Unterfangen abgeblasen werden musste. Der Arzt verschrieb ihm eine längere Pause, aber Markus Schönenberger verkürzte diese eigenmächtig um eine Woche und gab sieben Tage vor den Wettkämpfen wieder Gas im Training. Lukas: «Wir wollten die Chance nutzen, um für unser Heimatland Liechtenstein an den Start gehen zu können. » Ein weiterer Pluspunkt war die Nähe des Austragungsortes, nach Vorarlberg braucht man mit dem Auto maximal eine Stunde. Ihr Ziel war ein Platz unter den ersten Drei. Am Anfang war es sehr schwierig, ihre eigene Stärke einzustufen. Auch Pascal Schönenberger, er ist so quasi das Mädchen für alles, sprach von einer Medaille. Pascal hielt den Spielern stets den Rücken frei und organisierte alles für die beiden. Pascal spielt für Mosnang in der 1. Liga und auch ihr Trainer Rafael Wohlgensinger versteht etwas vom Radball. Spielte er doch früher mit Lukas Schönenberger zusammen in der NLA, natürlich für Mosnang.

Die Nervosität war hoch
Vor dem ersten Spiel in der Messehalle in Dornbirn war die Nervosität bei allen greifbar: «Es war mir am Anfang schon mulmig im Magen, aber nach dem ersten Tor wurde es schnell besser», erklärt Lukas Schönenberger. Markus war besonders von der grossen Halle mit gegen 3000 Zuschauern angetan. «Wir machten uns am Donnerstagmorgen auf nach Österreich und hielten uns bis vor dem ersten Spiel daran, was wir uns vorgenommen hatten und waren auf den Punkt fokussiert», sagt Pascal. Trainer Rafael meint: «Der Puls hat schon stark geschlagen, dieser legte sich dann aber relativ schnell wieder, weil ich gemerkt habe, dass es gut gehen wird.» Pascal ergänzt: «Es lief mir schon kalt den Rücken hinunter, als uns rund 80 Personen aus dem näheren Umfeld lautstark begrüssten und unterstützen.»

Die «Mosliger Delegation» hatte auch der Hallenspeaker in sein Herz geschlossen, mehrmals erwähnte er die tolle Atmosphäre aus dem Block der «Exil-Liechtensteiner ». Die Belgier fragten bereits nach, ob die Gebrüder Schönenberger auch bei ihrer Heim-WM wegen der guten Stimmung dabei sein werden.