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Familie verrückt nach Radball

Bei der Familie Artho dreht sich alles um Radball. Vater Ruedi war NLA-Spieler, seine beiden Söhne Roger und Rafael können in jungen Jahren schon internationale Erfolge vorweisen.

 

Roger, Ruedi und Rafael Artho

Vater Ruedi ist Radball-Trainer, seine beiden Jungs Roger (19) und Rafael (17) spielen beim RMV Mosnang. Radball bestimmt das Leben der Familie Artho. Die beiden Söhne sorgten zuletzt auch international für mächtig Furore. So holte Roger Artho an der U23-Europameisterschaft im französischen Dorlisheim mit seinem Partner Manuel Mutti sensationell die Silbermedaille. Rafael Artho gewann mit seinem Partner Björn Vogel an der Junioren-Europameisterschaft im tschechischen Prag eine Bronzemedaille. Diese Resultate zeigen, wie viel Talent und Potenzial in den Gebrüdern Ar­tho steckt.

«Ich übe die Sportart Radball nun schon seit rund zehn Jahren aus, angefangen habe ich mit fünf Jahren», erklärt Rafael Ar­tho. Sein Bruder Roger ist bereits seit 13 Jahren dabei und spielt in der Nationalliga B. Vor zwei Jahren wurde der gelernte Gärtner bei der U19-Europameisterschaft für die Ersatzmannschaft nominiert. Im letzten Jahr durfte der in Rapperswil Arbeitende im Hauptteam antreten. Roger Ar­tho sagt dazu: «Mein Ziel in naher Zukunft ist die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.»

Rafael gehört zu den besten zehn

Bruder Rafael weilte vor wenigen Tagen mit dem Juniorenkader im Trainingslager in Tenero. Am Talenttreff muss man zu den besten zehn gehören, und genau zu diesen gehört der lernende Fachmann für Betriebsunterkunft. Im Verein spielt er im Erstligateam.

Auch ihr Vater ist ein begeisterter Radballer, in früheren Jahren spielte Ruedi Artho ein Jahr für Mosnang in der NLA. Er ist aber ein Spätzünder, seine ersten Versuche machte er erst mit 17 Jahren. Sein Bruder Werner, der auch Götti von Roger ist, ist schon seit über 20 Jahren Nationaltrainer. Schwager Beat Anderegg – der Mann seiner Schwester Irene, welche wiederum das Gotti von Roger ist – ist als Mentaltrainer und Mechaniker ebenfalls im Nationaltrainerstab dabei. «Der Radballsport hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt», so Ruedi. Heute wird Radball bereits im Kindergartenalter ausgeübt. Die Kinder lernen sehr schnell, mit dem speziellen Rad zu fahren. Im Radball gehört die Schweiz neben Deutschland zu den Top-Nationen, aber auch in Tschechien wird guter Sport geboten. In Asien wird sogar an der Universität Radball gespielt, doch leider hören dort die meisten Sportler nach dem Studium wieder auf.

Die Radballer haben in Mosnang eine eigene Trainingshalle zur Verfügung. «Früher war es eine Militärunterkunft, aber heute können wir die Halle rund um die Uhr benutzen», sagt Vater Ruedi. Wenn es am Mittwochnachmittag regnet, kommt es auch schon vor, das man bei den Arthos anruft, um den Schlüssel für ein wenig «Bälälä» zu bekommen.

Es braucht koordinative Fähigkeiten

Um Radball spielen zu können, braucht es jahrelanges Üben, denn so ein Rad ist nicht einfach zu fahren. «Bis man so ein Radballvelo wirklich richtig und gut beherrscht, braucht es schon vier bis fünf Jahre», erklärt Roger Ar­tho. Er fuhr zunächst mit Stützrädern, um ein wenig das Gefühl zu bekommen. Rafael bekam mit vier Jahren ein kleines Radball­velo und wollte natürlich seinem grösseren Bruder in nichts nachstehen. Überhaupt ist Radball ein Sport, bei dem man von anderen viel lernen kann. «Wenn jemand etwas Neues kann, wollen es die anderen auch so schnell wie möglich können», so Rafael Artho.

Natürlich ist man in dieser Randsportart auch auf Sponsoren angewiesen, so wurde online eine Sporthilfepatenschaft für Rafael Artho und seinen Partner ins Leben gerufen. Ziel ist es, rund 2500 Franken pro Person zusammenzubringen.